06.02.2003: Es ist nun wieder mehr Luft drin
Von Yvonne Tscherwitschke
Quelle: Hohenloher Zeitung

Vorzeigecharakter hat die Neuensteiner Grund- und Hauptschule. Mit ihrem Projektunterricht gehen sie seit drei Jahren den Weg, den die neuen Bildungspläne ab 2004/2005 allen Grund- und Hauptschulen vorschreiben. Deshalb informieren sich Pädagogen in Neuenstein, wie hier Theorie in Praxis umgesetzt wird.


80 Lehrer von drei Schulen waren diese Woche nach Neuenstein gekommen, um von Rektor Matthias Wagner-Uhl und seiner Kollegin Eva Diem zu hören, warum Neuenstein schon vor drei Jahren dem konventionellen Unterricht den Rücken kehrte. Und wie seither Schulalltag aussieht.

Ab dem Schuljahr 2004/2005 soll an allen Grund- und Hauptschulen im Land fächerübergreifend unterrichtet werden. Verschiedene Lernfächer wie Geschichte und Gemeinschaftskunde verschwinden von der Stundentafel. Sie werden ersetzt von Fächerverbänden wie Welt-Zeit-Gesellschaft.

Neuenstein ist eine von 20 Schulen im Land, die die neuen Bildungspläne erprobt. Das Fazit von Matthias Wagner-Uhl: "Es ist nun mehr Luft drin."

Rein äußerlich sieht man das allein daran, dass jetzige Lehrpläne dicke Bücher sind. Ab 2004/2005 werden dünne Heftchen die Marschroute vorgeben.

Auch der Inhalt wurde entrümpelt: "Nur noch für zwei Drittel des Schuljahres werden Inhalte vorgegeben, die restliche Zeit kann die Schule selbst füllen", freut sich Wagner-Uhl.

Gut gefällt ihm, dass nun exakt verankert ist, was bei Methodenkompetenz beispielsweise als Lernziel betrachtet wird. "Da steht nun explizit, dass der Schüler eine mind-map erstellen soll."

Neuenstein braucht wohl nur wenige organisatorische Veränderungen, um für das Kommende gerüstet zu sein. Bewährt hat sich für die Schulorganisation, dass die Schüler die ersten zwei oder drei Stunden im Klassenverband in den Kernfächern Mathematik, Deutsch und Englisch unterrichtet werden.

Dann gehen sie auseinander und besuchen ihre Projekte. Hier treffen Siebtklässler auf Neuntklässler, die gemeinsam Legosteine programmieren oder für die Schülerfirma Präsentationen erstellen.

"Das macht Spaß", sind die Schüler begeistert. "Und ist mit der richtigen Software auch zu handeln", erläuterten die Neuensteiner ihren Kollegen.

Statt tausender Listen haben sie eine umfangreiche, intelligente Datenbank. Die ermöglicht es, alle Vierteljahr die Lehrerangebote zu bündeln, die Schüler wählen zu lassen und anschließend Schüler-Stundenpläne sowie Lehrer-Teilnahme-Listen zu drucken.

Am Ende des Projekts werden gar die Noten aus den verschiedenen Projekten zusammengeführt. Sicher erfordere Projektarbeit Einsatz von Lehrern wie Schülern, sagte Wagner-Uhl.

Doch der halte sich bei optimalem Überbau, reibungsloser Organisation und Fortbildung in Grenzen.

06.02.2003 Hohenloher Zeitung
nach oben
Info | Aktuelles | Gemeinschaftsschule | Grundschule | Club of Rome-Schule | Schule anders leben | Eltern aktiv | Wir Lehrer | Wir Schüler | Mensa | Sponsoren/Partner | Gästebuch | Aufwind Hohenlohe | Archiv